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Bad Oeynhausen (AM). Die Diskussion um die Aussetzung des Wehrdienstes und die daraus resultierenden Folgen für den Zivildienst werden in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof mit Gelassenheit beobachtet. „Unter rund 2.700 Mitarbeitenden haben wir nur 25 Zivildienststellen in der Gesamtstiftung zwischen Rahden und Herne. Schon seit Jahren sind viele Stellen oft nicht besetzt", erklärt Martin Fels, Ressortleiter Personal und Recht.
Da alle Zivildienstleistenden in der direkten Betreuung und Unterstützung von Menschen mit Behinderung eingesetzt werden, gibt es im Wittekindshof grundsätzlich nur Zivildienstleistende, die sich selbst den Dienst mit behinderten Menschen ausgesucht und auf eine entsprechende Stelle beworben haben. Der Einsatz von Zivildienstleistenden wurde durch die Verkürzung der Dienstzeit erschwert, da es in einigen Bereichen den behinderten Menschen nicht zugemutet werden kann, dass sie sich nach wenigen Monaten immer wieder auf neue Personen einstellen. „Das ist immer mit Beziehungsabbrüchen verbunden, die für alle Beteiligten belastend sind", erklärt Martin Fels.
Ein soziales Pflichtjahr für alle lehnt er ab: „Man kann niemanden zwingen, sich einfühlsam auf Menschen mit Behinderung einzulassen."
Der Wittekindshofer Personalchef betont die hohe gesellschaftspolitische Funktion des Zivildienstes und des Freiwilligen Sozialen Jahres, zu dem auch das Diakonische Jahr der Evangelischen Kirche in Westfalen gehört, an dem in den Einrichtungen des Wittekindshofes jährlich rund 40 Frauen und Männer teilnehmen. „Im Zivildienst und im Diakonischen Jahr erfahren junge Menschen, dass im Leben auch noch etwas ganz anderes als Leistung, Schönheit und Karriere zählen. Durch ihren Dienst, werden unsichtbare Mauern zwischen Menschen mit und ohne Behinderung abgebaut," so Martin Fels.